Besuch des Bergbau-Museums auf der Schachtanlage Hohenfels

Lühnde. Am 13. Mai besuchte die Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Lühnde das Bergbau-Museum in Wehmingen-Hohenfels. Schnell waren wir am nahegelegenen, großen vormaligen Schachtgelände angelangt. Nach einem «Glück Auf!» begann unter der kundigen Führung eines ehrenamtlichen Mitarbeiters – selbst ehemaliger Bergmann – ein hochinteressanter Rundgang. Nach einer Orientierung auf dem Gelände welche Bedeutung welches Gebäude früher hatte: hier das Gebäude neben dem Förderturm mit der «Tagesöffnung» und der Aufzugmaschine – dort ein Gebäude für die Verarbeitung von Salz und Kali mit Mühle und Verpackungsabteilung. Wir erfuhren von der Ziegelei neben dem Schachtgelände, welche gleich die Unmengen von Ziegelsteinen liefern konnte, die damals für die imposanten Gebäude benötigt wurden. Wegen des Transportes per Pferdefuhrwerk (!) war die Nähe damals ein großer Vorteil. Im Gebäude mit der Fördermaschine bestaunten wir die damaligen elektrischen Installationen und die beeindruckenden riesigen Gleichstrom- und DrehstromMotoren, die zum Betrieb der Förderanlage nötig waren. Zur Einregelung der verschiedenen, wechselnden Drehzahlen waren umfangreiche mechanische Vorrichtungen und „ein Händchen“ notwendig, alles war analog, massiv, stabil – weit weg von digital und elektronisch. Auch die noch vorhandene Seilscheibe mit ihrem Antriebsmotor und dem Maschinenführerhaus – beeindruckend! Wir bekamen weiterhin Ausrüstungsgegenstände (Werkzeuge, Rettungsgeräte, Lampen, hier: Geleucht, mobile Maschinen) und Belege für die Tradition der Bergleute gezeigt. Dazu gehören Bekleidung, Fahnen, Fotos und Urkunden. Wir wissen jetzt: Die schwarzen Jacken der Bergleute haben 28 glänzende Messingknöpfe. Angesprochen wurden auch die Veränderungen durch die Erweiterung des Geländes während der Nazi-Herrschaft für eine Munitionsfabrik. Für den Ausbau wurden auch Kriegsgefangene eingesetzt. Damals wurden die unterirdischen Hohlräume als Lager für Sprengstoff und Munition verwendet. Später war hier zeitweise ein großes Lager der Bundeswehr. Auch das Straßenbahnmuseum – ebenfalls ein empfehlenswerter Besuchsgrund – hat hier seine Heimat gefunden und benutzt die umfangreichen Gleisanlagen. Unser schöner Ausflug endete mit einem gemeinsamen Mittagessen.

Gerhard Nawo

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